Bernhard Minetti  |  Marianne Hoppe  |  Albert Hetterle  |  Käthe Reichel  |  Angelica Domröse  |  Udo Samel
Walter Schmidinger  |  Elisabeth Trissenaar  |  Ivan Nagel  |  Ulrich Mühe  |  Ulrich Matthes  |  Martin Wuttke  |  Martina Gedeck
Gerd Wameling  |  Jutta Lampe  |  Bruno Ganz  |  Eva Mattes  |  Nina Hoss  |  Thomas Thieme  |  Edith Clever
 
 



2004

Als Ulrich Mühe im Jahr 2004 das Berliner Theatertreffen beobachtete, um einen Preisträger für den Alfred-Kerr-Darstellerpreis auszuwählen, war ihm der Schauplatz bestens vertraut: Wenige Monate zuvor hatte er im Haus der Berliner Festspiele mit prominenter Besetzung Heiner Müllers „Der Auftrag“ inszeniert und damit ein Versprechen eingelöst, das er dem Dramatiker kurz vor dessen Tod gegeben hatte.

Mühes eigentliche Profession freilich ist die des Schauspielers, die der am 20. Juni 1953 im sächsischen Grimma geborene Künstler von 1975 bis 1979 an der Leipziger Hochschule „Hans Otto“ erlernte. Bereits während des Studiums für kleinere Rollen am Städtischen Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt verpflichtet, fand er dort sein erstes Engagement und wurde 1982 von Heiner Müller für dessen „Macbeth“-Inszenierung an die Volksbühne geholt. Damit begann die steile Berliner Karriere des Künstlers, die bis heute andauert und über Rollen wie Osvald Alving in Ibsens „Gespenster“ am Deutschen Theater (Regie: Thomas Langhoff), Goethes „Egmont“, Lessings „Philotas“ oder Settiner in Heiner Müllers „Der Lohndrücker“ zu einem Fanal in der Wendezeit führte: Im Doppelprojekt „Hamlet/Hamletmaschine“ wurde der Hauptdarsteller für jene intellektuelle Distanz und emotionale Nähe gefeiert, die den Schauspieler Mühe seit jeher auszeichnet.

Mit dem Fall der Mauer öffneten sich Mühe auch die Bühnen der Salzburger Festspiele (Alfonso in Grillparzers „Jüdin von Toledo“, Regie Thomas Langhoff) und des Wiener Burgtheaters (Goethes „Clavigo“, Ibsens „Peer Gynt“, Regie Claus Peymann) sowie die Film- und Fernsehstudios der wieder vereinten Republik. Nachdem er bereits zu DDR-Zeiten die Hauptrolle in Bernhard Wickis „Das Spinnennetz“ gespielt hatte, übernahm er in Helmut Dietls Satire „Schtonk“ die Rolle des Verlegers.
In „Bennys Video“ sah man ihn an der Seite von Angela Winkler, in „Funny Games“ spielte er gemeinsam mit Susanne Lothar und in „Peanuts – Die Bank zahlt alles“ arbeitete er unter der Regie von Carlo Rola. Mit der Rolle eines Gerichtsmediziners in der Fernsehserie „Der letzte Zeuge“ wurde ihm zudem eine Figur auf den Leib geschrieben, die er sich gemeinsam mit seinem langjährigen Berliner Kollegen Jörg Gudzuhn zu eigen machte.

Auf der Suche nach einem würdigen Gewinner des Alfred-Kerr-Darstellerpreises wurde Ulrich Mühe in Jürgen Goschs Inszenierung der „Sommergäste“ am Düsseldorfer Schauspielhaus fündig: Der junge Darsteller Devid Striesow, der wie der Juror selbst eine parallele Karriere am Theater sowie im Film verfolgt, überzeugte ihn in der Rolle des Wlas durch seine Vielseitigkeit: „Aus sich heraus in die Welt. Ganz einfach, einfach wahr.“