Bernhard Minetti  |  Marianne Hoppe  |  Albert Hetterle  |  Käthe Reichel  |  Angelica Domröse  |  Udo Samel
Walter Schmidinger  |  Elisabeth Trissenaar  |  Ivan Nagel  |  Ulrich Mühe  |  Ulrich Matthes  |  Martin Wuttke  |  Martina Gedeck
Gerd Wameling  |  Jutta Lampe  |  Bruno Ganz  |  Eva Mattes  |  Nina Hoss  |  Thomas Thieme  |  Edith Clever
 
 



2000

Im Jahr 2000 übernahm mit Udo Samel ein Künstler die Juroren-Aufgabe für den Alfred-Kerr-Darstellerpreis, der auch als Regisseur im Musiktheater Erfolge gefeiert hat. Am 25. Juni 1953 in Eitelsbach bei Trier geboren, erhielt Udo Samel während seiner zehnjährigen Internats-Zeit bis 1973 zunächst eine umfangreiche musikalische Ausbildung und begann ein Studium der Slawistik und Philosophie, ehe er sich an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main zum Schauspieler ausbilden ließ. Bereits während dieser Zeit debütierte er am Staatstheater Darmstadt in Marie-Luise Fleißers „Fegefeuer in Ingolstadt“. Nach einem zweijährigen Engagement in Düsseldorf, wo er unter anderem die Titelrolle in Hanns Henny Jahns „Thomas Chatterton“ gespielt hatte, kam Samel 1978 an die Berliner Schaubühne. Ihrem Ensemble gehörte er bis 1992 an.

In diesen Jahren, die der Schauspieler rückblickend als seine „wichtigste Zeit am Theater“ beschrieb, begann auch seine Karriere als Kino- und Fernseh-Darsteller. Nach „Messer im Kopf“ (Regie: Reinhard Hauff, 1978) war es vor allem die Rolle des Franz Schubert im ZDF-Dreiteiler „Mit meinen heißen Tränen“ (Regie: Fritz Lehner, 1986), die Udo Samel unumstrittenes Lob eintrug. Weitere Höhepunkte seiner Filmarbeit waren „Der Vulkan“ nach Klaus Mann und Hans-Christoph Blumenbergs
„Das Deutschlandspiel“, in dem er als Michail Gorbatschow zu sehen war. Im Jahr 2001 wirkte er in Michael Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks „Die Klavierspielerin“ mit.

Während seiner Zeit an der Schaubühne prägte Samel vor allem Stücke von Botho Strauß („Kalldewey, Farce“, „Die Zeit und das Zimmer“) und Inszenierungen von Peter Stein, Robert Wilson und Klaus Michael Grüber, der ihn 1986 bei den Salzburger Festspielen als Hermes in seiner umjubelten Arbeit „Prometheus, gefesselt“ besetzte. Sieben Jahre später übernahm er am gleichen Ort die Rolle des Teufels in Hofmannsthals „Jedermann“.

Sein Debüt als Opern-Regisseur gab Udo Samel 1996 am Deutschen Nationaltheater Weimar mit Alban Bergs „Wozzeck“, in Dresden folgten wenig später „Aida“ und „Il Trittico“. Nach Schauspiel-Inszenierungen wie der Uraufführung von Albert Ostermaiers „Zuckersüß und Leichenbitter“ (München 1997, auch Hauptrolle) sowie Harry Mulischs „Das Theater, der Brief und die Wahrheit“ (Frankfurt am Main, 2001) kreierte Samel zuletzt 2003 Franz Schuberts Lied-Zyklus „Die schöne Müllerin“ am Schauspiel Frankfurt. Zum 75. Geburtstag von Heiner Müller wirkte er im Januar 2004 als Darsteller in Ulrich Mühes Berliner Inszenierung von „Der Auftrag mit“.

Als Juror des Alfred-Kerr-Darstellerpreises wählte Udo Samel, der selbst u. a. mit dem Europäischen Filmpreis und dem Adolf-Grimme-Preis geehrt wurde, im Jahr 2000 Kathrin Angerer. Er würdigte damit ihre Rolle als Darja Pawlowna Schatowa in Frank Castorfs Inszenierung der „Dämonen“ nach Dostojewski an der Volksbühne Berlin.