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2004

Von Ulrich Mühe 2004 gewählt
für die Rolle des Wlas in „Sommergäste“
(Maxim Gorki, Schauspielhaus Düsseldorf, Regie: Jürgen Gosch)

Biografisches
Jahrgang 1973, Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Schauspieler in Berlin, Hamburg, Düsseldorf.

Prägende Rollen (Auswahl)
Werner („Minna von Barnhelm“, Lessing), Jonny Flint („Happy End“, Brecht/Weill), Reporter/Künstler („Jeff Koons“, Rainald Goetz), Friedrich Wetter vom Strahl („Das Käthchen von Heilbronn“, Kleist), Hamlet („Hamlet“, Shakespeare)
Zahlreiche Film- und Fernsehrollen, u. a. in „Kalt ist der Abendhauch“ (Regie: Rainer Kaufmann), „Was tun, wenns brennt?“
(Regie: Gregor Schnitzler), „Lichter“ (Regie: Hans-Christian Schmid), „Marseille“ (Regie: Angela Schanelec).


Über Devid Striesow


Als Wlas in „Sommergäste“ (Maxim Gorki) Schauspielhaus Düsseldorf, Regie: Jürgen Gosch
Es gibt sie in jeder Generation und immer findet eine besondere Berührung statt. Machen sie einem doch auf so wunderbare Weise wieder lebendig, warum Theater etwas so Besonderes, so Einzigartiges ist. Das sind die Schauspieler mit dem inneren Leuchten. Ein Leuchten, das den Körper nicht als Begrenzung kennt, sondern als Ausgangspunkt, mich zu erreichen. Das ist mehr, als die Mittel zu kennen und zu nutzen, mehr als kluge Gedanken in sich zu versammeln und über sich hinauszusehen. Vielleicht ist es ein Fieber. Ein Fiebersturm, der entsteht, wenn Wollen und Können Hochzeit machen.
Ich habe einen jungen Schauspieler gesehen, der zart wie die frühe Liebe sein kann, grob wie die Axt im Walde, bitter und böse, verletzt und enttäuscht, verzweifelt und sogar von sich selbst verlassen. Und er hat es mir nie vorgespielt, mich nie darauf aufmerksam machen wollen. Aus sich heraus in die Welt. Ganz einfach, ganz wahr.
Dass er den Löwen auch noch spielen wollte, als Dienstmädchen und Laienschauspieler, hat ihn mir nicht suspekt gemacht.
Im Gegenteil! Es passierte nämlich etwas Außerordentliches. Das Dienstmädchen und der Laienschauspieler waren Facette seiner selbst als Wlas. Er nutzte die inszenatorische Notwendigkeit als Möglichkeit, den Bogen weiter zu spannen. Varianten einer Existenz auszudeuten, ohne am Rollenrand brav stehen zu bleiben. Den ganzen Rahmen des Abends auszuschreiten und mich so auch als Zuschauer ernst zu nehmen, weite Wege mitzugehen.
Ulrich Mühe in seiner Laudatio zur Verleihung des Alfred-Kerr-Darstellerpreises