Steffi Kühnert  |  Torsten Ranft  |  Daniel Morgenroth  |  Caroline Ebner  |  Johanna Wokalek  |  Kathrin Angerer  |  August Diehl
Bettina Stucky  |  Fritzi Haberlandt  |  Devid Striesow  |  Wiebke Puls  |  Felix Goeser  |  Julischka Eichel  |  Niklas Kohrt
Kathleen Morgeneyer  |  Paul Herwig  |  Lina Beckmann  |  Fabian Hinrichs  |  Julia Häusermann  |  Valery Tscheplanowa
 
 



2006

Von Martin Wuttke 2006 gewählt
für die Titelrolle in der "Platonow"-Inszenierung von Karin Henkel am Schauspiel Stuttgart.

Biografisches
Geboren 1974 in Köln. Er erhielt seine Ausbildung 1996 bis 2000 in Potsdam-Babelsberg. Seine Engagements führten ihn 2000 ans Deutsche Theater Berlin, von 2000 bis 2002 ans TAT Frankfurt, 2003/2004 ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.
2003 spielte er am Theater Basel, in den Sophiensaelen Berlin und im TIF/Staatsschauspiel Dresden.
Seit der Spielzeit 2005/06 mit Beginn der Intendanz Hasko Weber festes Engagement am Schauspiel der Staatstheater Stuttgart.

Prägende Rollen am Schauspiel Stuttgart
Michail Platonow in "Platonow" von Anton Tschechow (Regie: Karin Henkel)
Woyzeck in "Woyzeck" von Georg Büchner (Regie: Thomas Dannemann)
Vicomte de Valmont in "Gefährliche Liebschaften" nach Choderlos de Laclos (Regie: Stephan Rottkamp)


Laudatio auf Felix Goeser von Martin Wuttke, gehalten am 21. Mai 2006 im Haus der Berliner Festspiele


Felix Goeser ist kein sehr junger Schauspieler mehr. Und ist dennoch der Richtige für einen Nachwuchspreis. Er hat erst spät die Schauspielschule absolviert, und der Platonow ist seine erste große Rolle. Er spielt ihn als einen Dandy, der sich selbst parodiert, als Clown, als Hanswurst, als Gaukler. „Als Narr der er ist, der er immer gewesen ist“, sagt Henry Miller über den Clown. Es gibt eine Federzeichnung von Hans Holbein, die man in Basel sehen kann. Sie zeigt einen Narren, der seine Kasperlfiguren zu bewundern scheint. Er hält eine in der Hand, wie einen Spiegel. Sie trägt die gleiche Schellenkappe wie er. Mit der anderen Hand scheint er die Puppe zu necken, zu reizen, auf dass sie lebendig werde. Mit demselben finsteren, boshaft argwöhnischen Blick, mit derselben lauernden Neugierde, mit derselben neckend aufreizenden Geste spielt Felix Goeser Platonow.

Er befreit sich und das Theater von der Last des Bedenkenträgertums, von der zähen Trägheit der Stilistik, von jeder dekorativen Weinerlichkeit und spielt los. Mit sich und den anderen Fratzen als Zirkusdirektor, Artist, Dompteur – als sein eigener Tiger oder sein eigenes Dressurpferdchen, als dummer August. In den besten Momenten zeigt dieser fuchtelnde Narr auf die Wahrheit und verwirft die akademische Tradition des Wahren, Guten, Schönen als Oberheuchelei.
Aus der Laudatio von Martin Wuttke