die Stiftung

Die „Alfred Kerr Stiftung“ ist eine auf Initiative der Kinder Alfred Kerrs, Judith und Michael Kerr, gegründete Institution, die mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis alljährlich  den hoffnungsvollsten Nachwuchs-Schauspieler/in fördert, der/die am Berliner Theatertreffen teilgenommen hat. Die Stiftung benennt jeweils für ein Jahr den/die Allein-Juror/in.

Der Sitz der gemeinnützigen Stiftung ist in Berlin.

DER STIFTUNGSRAT

Deborah Judith Vietor-Englaender

©Ohlbaum

Vorsitzende / Präsidentin des Stiftungsrats seit Mai 2017

Dr. Deborah Judith Vietor-Engländer ist in London geboren und aufgewachsen;
B.A. am University College London; Promotion an der Universität Tübingen bei Walter Jens über Faust in der DDR (Buchpublikation 1986);
1972 – 1992 Planstelle an der Fachrichtung 8.6 der Universität des Saarlandes;
1992 – 2008 Planstelle an der Technischen Universität Darmstadt;

Veröffentlichungen zum 18. Jh., zu Goethe, zur Übersetzungsproblematik von Exilromanen, zu Yiddish in English, Elsa Bernstein, Hans Fallada, Rainer Werner Fassbinder, Gerhart Hauptmann, Rudolf Kommer,

zur Kinder- und Jugendliteratur, zur Exilthematik (u.a. über Elisabeth Castonier, Lion Feuchtwanger, Anna Gmeyner, Oskar Maria Graf, Eva Ibbotson, Alfred Kerr, Heinrich Mann, Ruth Rewald, Adam Scharrer, Hermynia Zur Mühlen, Arnold Zweig und zu Kinderbüchern im Exil), zur Vermittlung der Shoah – Thematik in Film und Theater, zu KZ – Tagebüchern;

Herausgeberin von „The Legacy of Exile“ (1998);
Herausgeberin der Reihen „Jüdische Bibliothek“ und „Exil – Dokumente“;

1991 – 1996 stellv. Vorsitzende der Internationalen Arnold-Zweig-Gesellschaft e.V.;
1996 – 2002 Vorsitzende der Internationalen Arnold-Zweig-Gesellschaft e.V.;
Seit 2006 Mitglied des P.E.N. Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland;

Herausgeberin einer Ausgabe der Werke des Theaterkritikers Hermann Sinsheimer (Bd. 1 2013, Bd. 2 2017);
Herausgeberin der Bände IV (2009), V und VI (2013) der Edition der Werke Alfred Kerrs im Verlag S. Fischer; „Alfred Kerr – Die Biographie“, 720 Seiten, erschien im Herbst 2016 bei Rowohlt;

Bereitet derzeit die Herausgabe von Alfred Kerrs „Berliner Plauderbriefen“ für die Königsberger Allgemeine Zeitung 1897 – 1922 vor.

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Günther Rühle

©Archiv Günther Rühle

Vorsitzender bis Dezember 2021 / Präsident des Stiftungsrates bis Mai 2017

Nachruf auf Günther Rühle
Von Peter von Becker
Abgedruckt im Tagesspiegel vom 11. Dezember 2021

Am Ende seines langen Lebens hat der epochale Publizist und Theatermann Günther Rühle mit bereits verlöschendem Augenlicht noch einmal ein, wie er es nannte, „merkwürdiges Tagebuch“ verfasst. Eine Beschreibung des eigenen körperlichen Zerfalls bei scharfem Verstand. Ein letztes Leuchtzeichen. Traurig, doch dank seiner sprachlichen, geistigen Präsenz auch sonderbar tröstlich. Mit dem wunderbaren Buchtitel „Ein alter Mann wird älter“.

Die Welt war für diesen Mann zuallererst Theater, und das Theater das schönste Medium der Welterkenntnis. Manche Theaterkritiker sehen freilich immer nur, was auf der Bühne geschieht. Günther Rühle jedoch wollte tiefer blicken und höher ausgreifen. Er war als Kritiker und Kulturhistoriker auch ein auf die Hintergründe von Dramen und Dramatikern, von ihren Stücken und Stoffen, von Regisseuren, Schauspielern und Schauspielerinnen drängender, so analytischer wie zugleich leidenschaftlicher Liebhaber. Deswegen hielt es ihn nicht im Parkett. Als langjähriger Theaterbeobachter und schließlich Feuilletonchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wechselte er tatsächlich die Seiten und wurde zur Überraschung mancher seiner Kollegen Intendant des Schauspiels Frankfurt.

In dieser Rolle, von 1985 bis 1990, blieb er dann nicht im Hintergrund – und blickte sogar jäh in den Abgrund. Günther Rühle hatte in seinem ersten Frankfurter Theaterherbst die Uraufführung von Rainer Werner Fassbinders bereits zehn Jahre zuvor geschriebenem und zunächst von Daniel Schmid (unter dem Titel „Schatten der Engel“) erfolgreich verfilmten Stück „Die Stadt, der Müll und der Tod“ angesetzt. Am 31. Oktober 1985, dem Abend der geplanten Premiere, protestierten jedoch tausend Menschen vor dem Theatereingang gegen die angeblich antisemitischen Tendenzen des Dramas.

Fassbinders teils kruder, teils postexpressionistischer Spuk evozierte zwischen lebenden Leichen, deutschen Dämonen, Geisterreitern, Huren, Altnazis, Spekulanten, Strichjungen auch die Figur eines „Reichen Juden“. Sie war die Projektion realer und heute, im 21. Jahrhundert, wieder virulent gewordener antisemitischer Vorurteile. Doch dieses Spiel mit dem Zerrspiegel erschreckte etliche Holocaust-Überlebende der Jüdischen Gemeinde von Frankfurt so sehr, dass sie damals die Bühne besetzten und zu Beginn der Aufführung ein Plakat mit der Warnschrift „Subventionierter Antisemitismus“ ausrollten. Der Protest der Betroffenen führte trotz Schlichtungsversuchen durch Dany Cohn-Bendit, der sich im Publikum kunst- und moralbewusst als Anwalt beider Seiten gerierte, zum Abbruch. Die im Kern eher harmlose Inszenierung wurde dann einen Tag später nur noch vor ausgewählten Kritikern gezeigt.

Rühle wirkte an dem dramatischen Abend trotz oder wegen seiner eigenen Erregung zugleich wie paralysiert. Er war damals in der FAZ, seiner eben noch eigenen Zeitung, schon vor der Fassbinder-Premiere wie ein Vorschubleister des Antisemitismus angeprangert worden. Sein eben noch Herausgeber Joachim Fest stellte ihn in der Zeitung gar als „Theatromanen“ und „enthemmten Studienrat“ dar. Das klang wie: Professor Unrat. Und kam aus der Feder von Fest, der in seiner 1200 Seiten dicken „Hitler“-Biografie dem millionenfachen Mord an den Juden ganze vier Seiten gewidmet hatte.

Diese Wunde ist in Rühles Seele wohl erst zwölf Jahre später wieder geschlossen worden. In der FAZ und im Fernsehen war es 1997 Marcel Reich- Ranicki, der die von Günther Rühle in polnischen Archiven entdeckten, bis dahin vergessenen oder unbekannten „Briefe aus der Reichshauptstadt“ von Alfred Kerr als Sensation und bedeutendstes feuilletonistisch-essayistischstes Dokument einer Jahrhundertwende rühmte. Der als Jude und Demokrat von den Nazis später ins Exil getriebene Theaterkritiker und Schriftsteller Alfred Kerr war mit seinen 1895-1900 für die „Breslauer Zeitung“ verfassten „Briefen“ aus Berlin dank des Herausgebers und brillanten Kommentators Rühle ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod so noch einmal zum Bestsellerautor geworden.

Nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um die Werke Kerrs und manch anderer Geister vor allem der Weimarer Republik, gewiss auch für seine Wiederentdeckung Marieluise Fleißers, der Brecht-Zeitgenossin und lange vergessenen Dramatikerin, hat Rühle etliche Auszeichnungen erhalten, angefangen mit dem Theodor-Wolff-Preis. Die für ihn vielleicht wichtigste war allerdings 2013 die Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille. Kaum mehr glaublich, dass der im Berliner Mendelssohn-Haus in einer bewegenden Feier Gespriesene je in die Nähe von rassistischen Vorurteilen gerückt worden war. Aber hoppla!

„Hoppla, wir leben“ hieß Ernst Tollers expressionistisch-revolutionäres Zeitstück, mit dem Erwin Piscator 1927 sein berühmtes Theater am Berliner Nollendorfplatz eröffnet hatte. Drei Jahre zuvor kam Günther Rühle in Gießen zur Welt, als Sohn eines Wirtschaftsprüfers, als Nachfahre eines preußischen Generals und Freundes von Heinrich von Kleist. Ein Bürger, kein Revoluzzer, in den 1960er Jahren erst Theaterkritiker der FAZ und von 1974 bis ’85 ihr Feuilletonchef. Dass es auf den Kulturseiten der (damals noch konservativeren) FAZ oft gärte, lag auch an Rühles geistiger Hefe. Der klein gewachsene Mann, promovierter Germanist, schien im Gespräch, in Debatten, bei öffentlichen Reden sofort zu wachsen. Er hatte, leicht geröteten Gesichts und mit gehobener Stimme, so immer Statur. Sprach meist frei und druckreif. Machte Eindruck.

Meinte es ernst – obwohl er mit kurzen Bemerkungen von wunderbar hintergründigem Humor sein konnte. Ein Feuerkopf noch bis ins hohe Alter, selbst den Neunzigjährigen glaubte man ihm lange nicht.

Als Intendant des Frankfurter Theaters ist er nach den Auseinandersetzungen um Fassbinder durchaus noch reüssiert, hatte Schauspieler wie Martin Wuttke und Thomas Thieme entdeckt und den Regisseur und Dichter Einar Schleef entscheidend gefördert. Doch nach fünf Jahren kehrte er wieder zurück zur Publizistik, leitete ab 1990 einige Jahre das Feuilleton des Tagesspiegels und half das West-Berliner Traditionsblatt weiter zu öffnen, gen Osten und Süden, ins gesamtdeutsch Überregionale. Als Anreger und geistiges Temperament.

Da freilich lag sein Mammut-Oeuvre noch vor ihm. 2007 erschien im S. Fischer Verlag der erste Band seiner Bühnengeschichte: „Theater in Deutschland 1887- 1945″ (Untertitel: „Seine Ereignisse – seine Menschen“). Das waren 1283 Textseiten, ohne eine einzige Abbildung! Und dennoch ist darin ein gewaltiges, lebendiges Bild des deutschen und deutschsprachigen Schauspiels entstanden, wie es derart kein zweites gibt. Der sodann auf 1519 Seiten angewachsene Fortsetzungsband endete freilich 1966. Also anderthalbtausend Seiten für gerade 21 Jahre, hoppla! Günther Rühle indes hatte so viel im jederzeit geistesgegenwärtigen Kopf, dass es für mehr als eine einzige Person (und Persönlichkeit) reichte.

Er war ein glühender Journalist und zugleich ein sprühender Historiker. Ein Mann des Tages – und der Epochen. Würde der Theaterkritiker „g.r.“ (das war zu Zeitungszeiten sein Kürzel, oft auch unter Dreihundertzeilern) noch viel näher ans Heute heranschreiben? Tatsächlich sind weitere 1000 Seiten in Arbeit gewesen. Mit dem lange noch scharfen, aber zunehmend trauernden oder erzürnten Blick auf ein Theater der Dekonstrukteure, das poetische Dramentexte immer weniger schätzte und Literatur gerne durch den Gefühlswolf der jeweils eigenen, meist kleineren Befindlichkeit dreht. Doch das Finale seiner epochalen Theatergeschichte konnte Rühle, den zuletzt der Verlust seines Augenlichts quälte, nicht mehr vollenden. Dennoch wird das Werk, ediert von dem Dramaturgen Hermann Beil und Stephan Dörschel von der Berliner Akademie der Künste, im Frühjahr 2022 als großes Fragment erscheinen.

Zu diesem dritten Band meinte der Kritiker als Historiker einmal gesprächsweise: „Im ganz Gegenwärtigen wird’s doch uferlos, und jeder glaubt, der Besserwisser zu sein.“ Nun ist Günther Rühle, am 10. Dezember 2021, mit 97 Jahren in seinem Haus in Bad Soden bei Frankfurt am Main gestorben. Und keiner aus seiner Zunft wird mehr ein Besserwisser sein.

Von Peter von Becker
Abgedruckt im Tagesspiegel vom 11. Dezember 2021

Günther Rühle, geboren 1924 in Gießen. Studium der Germanistik und Geschichte in Frankfurt, 1953 Promotion zum Dr.phil. Danach Journalist, zuerst Frankfurter Rundschau, 1954-1960 Feuilletonredakteur und Kritiker in der Frankfurter Neue Presse, ab 1960 Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 1974-1985 Leiter der FAZ-Feuilletons.

1985-1990 Intendant vom Schauspiel Frankfurt, danach 1991-1994 Berater der Chefredaktion des „Tagesspiegel“ und Feuilletonchef dort. Ab 1995 freier Publizist.1993-1999 Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt, heute deren Ehrenpräsident.

Präsident der Alfred-Kerr-Stiftung Berlin, 1999 bis 2017.

Herausgeber der Gesammelten Werke der Marieluise Fleißer im Suhrkamp-Verlag (4 Bde) und der Werke von Alfred Kerr (zusammen mit Prof. Hermann Haarmann) im Verlag S. Fischer.
Ergänzend dazu: Alfred Kerr: „Wo liegt Berlin?“ und „Warum fließt der Rhein nicht durch Berlin?“, das sind: Kerrs Briefe aus der Reichshauptstadt 1895-1900, erschienen im Aufbau-Verlag Berlin und des nachgelassenen Romans von Alfred Kerr „Der Dichter und die Meerschweinchen“ im Verlag S. Fischer 2004.

Herausgeber der Erinnerungen von Bernhard Minetti (DVA).

Zahlreiche Bücher zum Theater:
„Theater für die Republik 1913-1933″, Verlag S. Fischer;
„Zeit und Theater“, 3 Bde, Propyläen-Verlag, 1972 ff;
„Theater in unserer Zeit“, 3 Bde, Suhrkamp Verlag u.a.;
„Theater in Deutschland 1887-1945″, 2007;
„Theater in Deutschland 1945-1966″, 2014;
arbeitet zur Zeit an Band 3 „Theater in Deutschland 1967-1995″

Günther Rühle starb im Alter von 97 Jahren in Bad Soden im Taunus.

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Peter von Becker

©David von Becker

Stellvertretender Vorsitzender

Peter von Becker, geboren 1947 in Mannheim, lebt als Kulturjournalist und Schriftstel- ler in Berlin. Nach Studium von Jura, Soziologie, Kunstgeschichte und Philosophie 1978 juristische Promotion an der Ludwig-Maximilian-Universität München über das Thema „Straftäter und Tatverdächtige in den Massenmedien“ (als Buchveröffentlichung 1979 im Nomos Verlag, Baden-Baden).

Ab 1971 essayistische und literarische Veröffentlichungen in deutschen und internationalen Tageszeitungen und Zeitschriften, Literaturkritiken für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, ab 1974 Theater-, Literatur- und Filmkritiker der „Süddeutschen Zeitung“ sowie Autor der „Zeit“, des „Spiegel“ und von „Theater heute“, dazu zahlreiche Radio- und Fernsehbeiträge, ein Dokumentarfilm über Leben und Werk von George Tabori u.a.m.

Im Jahr 1980/81 Dramaturg am Schauspiel Frankfurt, danach verantwortlicher Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift „Theater heute“. Ab 1980 Lehrtätigkeit für Dramaturgie und Theatergeschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt a. M., Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, langjähriges Jurymitglied des Mülheimer Dramatikerpreises, von 1984-88 und 1991-95 in der Jury des Berliner Theatertreffens, von 1991-95 Jury-Mitglied des Theaterpreises Berlin (Laudationes auf Bernhard Minetti, Claus Peymann und Hermann Beil); 1996-2000 im Direktorium des Forum du théâtre Européen.

Von Becker leitete von 1997-2005 die Kulturredaktion des Berliner „Tagesspiegel“, ist seit 1999 im Stiftungsrat der Alfred Kerr-Stiftung und seit 2003 Honorarprofessor der Universität der Künste Berlin.

Buchveröffentlichungen u.a.
„Georg Büchner: Dantons Tod – Die Trauerarbeit im Schönen“ (Syndikat Verlag, Frankfurt/M. 1980, EVA, Hamburg 1985)
„Der überraschte Voyeur. Theater der Gegenwart“ (Carl Hanser Verlag, München 1982)
„Die kopflose Medusa“, Gedichte (Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1989)
„Die andere Zeit“, Roman (Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1994)
„Wach auf und träume“, Theaterstück (S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1997)
„Das Jahrhundert des Theaters“ (DuMont Verlag, Köln 2002).
Autor der sechsteiligen Fernsehdokumentation „Das Jahrhundert des Theaters“ (ZDF/3sat 2002).

Peter von Becker ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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Ulrich Eckhardt

©Thilo Rueckeis

Ulrich Eckhardt, geboren 1934 in Westfalen, aufgewachsen in Freiburg/Breisgau; nach Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Münster 1. und 2. Staatsexamen (Assessor) sowie Promotion zum Dr. jur.; wissenschaftliche Arbeit in Münster (Universität) und Berlin (Bundesverwaltungsgericht); nach Studium der Musik (Klavier und Dirigieren) in Berlin am Städtischen (Sternschen) Konservatorium Kapellmeister und Korrepetitor an den Städtischen Bühnen in Münster; danach von 1968 bis 1972 Tätigkeit als Kulturreferent der Stadt Bonn (Beethovenfeste, Tage Neuer Musik, Bonner Sommer, Kinderforum, Lehrtätigkeit an der Universität Bonn u.v.a.);

1973 – 2000 Intendant und Geschäftsführer der Berliner Festspiele GmbH (Internationale Filmfestspiele Berlin, Theatertreffen Berlin, Berliner Festwochen, JazzFest, Theatertreffen der Jugend, Treffen Junge Musikszene, Treffen Junger Autoren, Musik-Biennale sowie kulturhistorische Ausstellungen, ehemals Horizonte-Festival der Weltkulturen und Sommerfestspiele);
im Jahre 1981 verantwortlich für die Preußen-Ausstellung;

von 1984 bis 1987 Beauftragter des Senats von Berlin für die 750-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1987 (Berlin-Ausstellung, Stadtfest u.v.a. sowie Gesamtleitung), 1994/95 für die Veranstaltungen zum 8. Mai 1945 sowie ab 1995 für die Ausstellungen und Veranstaltungen zur Jahrhundertwende 1999/ 2000.

Nach dem Abschied von der Intendanz der Berliner Festspiele Professur an der Hochschule für Musik Hanns Eisler“, Gutachter und Berater für die Bewerbung der Region Dessau-Wittenberg als Europäische Kulturstadt 2010.

1989/90 kommissarischer Intendant des Berliner Philharmonischen Orchesters, Mitglied im Beirat der Jüdischen Kulturtage,
im Beirat für Städtepartnerschaften, im Stiftungsrat „Topographie des Terrors“, im Kuratorium des Moses-Mendelssohn-Zentrums Potsdam, Vorsitzender des Fördervereins für die Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci.

Besondere Arbeitsschwerpunkte
Darstellungen zur Kulturgeschichte Berlins (Jahrhundertwende, 20er Jahre, Nachkriegszeit), Kunst in der ehemaligen DDR, Kulturaustausch mit den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie mit Israel, Vermittlung außereuropäischer Kulturen.

Ausstellungen (Auswahl)
„SoHo-Downtown Manhattan“ 1976
„Für Augen und Ohren“ 1980
„Preußen – Versuch einer Bilanz“ 1981
„Mythen der Neuen Welt“ 1982
„Sieg über die Sonne“ 1983
„Schätze aus der verbotenen Stadt/Palastmuseum Peking“ 1985
„Europa und die Kaiser von China“ 1985
„Berlin – Berlin“ 1987
„Topographie des Terrors“ 1987
„Zeitvergleich“ 1988
„Europa und der Orient“ 1989
„Video-Skulptur“ 1989
„Berliner Ring“ 1990
„Jüdische Lebenswelten“ 1992
„Japan und Europa“ 1993
„Berlin-Moskau / Moskau-Berlin“ 1995
„Marianne und Germania“ 1996
„DeutschlandBilder“ 1997
„Sieben Hügel – Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts“ 2000

Veröffentlichungen (Auswahl)
„Jüdische Orte“
„Moses-Mendelssohn-Pfad“
„Berliner Ring“

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DER STIFTUNGSVORSTAND

Torsten Maß

©Falk Wenzel

Vorstand

Torsten Maß, geboren 1951 in Dinkelsbühl (Bayern)

Studium der Romanistik und Germanistik an der FU Berlin

1978 – 2000 Mitglied der Leitung der „Berliner Festspiele“ (Internationale Sommerfestspiele, Berliner Festwochen, Berliner Theatertreffen, Berliner Lektionen), Veranstaltungsleiter der „750-Jahr-Feier der Stadt Berlin (West)“;

Kurator des Festivals „Theater der Welt 2008“ in Halle/Saale;

Gründer und Vorstand der „Alfred-Kerr-Stiftung“;

2002 – 2016 Leiter der Allgemeinen Projektförderung der „Kulturstiftung des Bundes“ in Halle/Saale.

Gründer und Vorstand der „Von-Brochowski-Süd-Nord-Stiftung“. Die Stiftung vergibt seit 2017 einen Förderpreis an junge Künstler aus afrikanischen Ländern – ohne Sparteneinschränkung.

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Peter Böhme

©Falk Wenzel

Stellvertretender Vorstand

Peter Böhme, geboren 1941

War mehr als dreißig Jahre Chef des Protokolls und des Kartenbüros der Berliner Festspiele. Adrienne Goehler, bis April 2006 Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds, würdigte ihn zum Abschied vom Dienst im logistischen Hirn der Festspiele als einen „geräuschlosen Zeremonienmeister, als einen Sitz- und Bedeutungsarrangeur, der sowohl im Blick hat, wer wen nicht leiden kann, als auch, wer wen kennen lernen sollte.“ Peter Böhme, so heißt es in den Abschiedsworten Adrienne Goehlers weiter, war „ein leiser Mann, ein umsichtiger und entschiedener, einer, der sich beharrlich dem allgemeinen Trend zum Outsourcing widersetzt hat und alternative Strukturen aufbaute, um auf immer neue Veränderungen vorbereitet zu sein, stets an Größe und Würde anknüpfend.“

Einen völligen Abschied von den Festspielen aber wird Peter Böhme glücklicherweise nicht vollziehen. Er, jahrzehntelang die „graue Eminenz, der Wirkmächtige im Hintergrund“ besitzt eine lebenslängliche Dauerkarte für alle Veranstaltungen

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